August 2019

01.08.2019

Heute war ich mal fleissig! Gleich nach dem Aufstehen die Wäsche von gestern abend gespült, abwaschen, aufräumen, Berti an die Sträucher führen und Frühstück einkaufen.
Ablegen um 08:30Uhr und verlegen nach Anleger Lidl.
09:10Uhr weiter Richtung Burg. Wie versprochen habe ich den Liegeplatz der Irbit besucht. Ein schönes verträumtes Eckchen.
Im Moment (12:40 Uhr) liege ich kurz vor der Schleuse Parey. Hier sammle ich einige Brombeeren und wilde Mirabellen.

Pferdeweide bei Genthin

Ich erreiche Burg ohne Probleme. Die Schleuse Parey läßt mich etwas warten, aber das schöne am Zigeunern ist, ich habe Zeit. Am Nachmittag mache ich in Burg fest und besorge mir ein Bier für den Abend. Die Preisunterschiede sind bemerkenswert: dei gleiche Sorte und Menge kosten bei Edeka in Genthin 59 Cent, in Burg 79Cent. Beides Standardangebote!

02.08.2019

Ich muß auf meine Medikamente warten. Obwohl am Donnerstag Nachmittag vor Abholung der Pakete versendet, wird mir kein Liefertermin angezeigt. Angeblich liegt das Paket noch in der Filiale. Mich überkommt etwas Aktionsdrang und ich beginne mit dem Vorschiff:
Als erstes baue ich die Fenderhalter um. Diese blockieren den Zugang zu den beiden Klampen auf dem Vorschiff. Das kann ich gar nicht leiden. Jetzt passt das wunderbar und ich kann schnell die Klampen belegen.
Mein Kajak war schräg auf der Backbordseite gelagert, so das die bevorzugte Seite zum Anlegen Steuerbord war. Jetzt liegt das Boot mittig und ist seitlich abgespannt. Feines Ding.
Im Umdrehen sticht mir der Spinnendreck ins Auge und ich beginne eine Putzorgie. Die Flecken bekommt man ohne spezielle Reinigungsmittel nicht ganz weg, aber es sieht schon mal besser aus. Das Gewitter am frühen Abend spült dann den letzten Dreck über Bord.
Kaffee und Tee habe ich bisher lose in der Verpackung gelagert. Das gibt dann schon mal einen Mecker, wenn mir die Krümel auf dem Herd landen. Also habe ich mir zwei Dosen geleistet für die aromagerechte Aufbewahrung.

Gegen Abend erreicht mich ein Gewitter, welches erst einmal immer schön um mich herum zieht. Etwas Wasser könnte hier wirklich nicht schaden. Ab 20:00 Uhr habe ich es dann auch und .. richtigen Regen 🙂
Ich wusste schon gar nicht mehr wie sich das anfühlt. Den Anfang habe ich mir auf der Fly gegönnt, so schön fand ich das. Nur getanzt habe ich da oben nicht.

Nun ist aber gut, Prost!

Neuer Hausrat an Bord

03.08.2019

Warten auf Post in Burg.

Kurz nach dem Selfie (Bild 1 unten) kam dann auch die Nachricht: „Sie haben Post“! Also Klapprad ausgepackt und ab zu Edeka. Dort ist die Packstation und ich verbinde das gleich mit einem kleinen Einkauf. Dann geht’s wieder los Richtung Magdeburg.
Auf dem Wege liegt die Schleuse Hohenwarthe, welche den Mittellandkanal in den Elbe- Havelkanal überführt. Mit einer Hubhöhe von knapp 19m schon eine der höheren. Da an der Schleuse immer mit einer längeren Wartezeit zu rechnen ist, plane ich die Übernachtung im Oberwasser der Schleuse Rothensee.
Das klappt dann auch und ich liege oberhalb des Barleber Sees (Rothensee ist irritierender Weise ein Stadtteil und kein See).

Schleuse Hohenwarthe und Trogbrücke

04.08.2019

Der Tag beginnt mit einem langen Spaziergang und einem ordentlichen Frühstück. Bei bewölktem Himmel und ab und zu eine Brise mache ich die Leinen los und es geht Richtung Haldensleben. Vor mir fährt die Waschpo, hat aber kein Interesse an der Caribbean.
Kurz vor Haldenleben machen wir eine Pause, Skipper und Bordhund haben da mal ein kleines Bedürfnis. Der Platz ist alles andere als schön, wobei ich erst nach dem Weiterfahren bemerke, dass von Osten aus gesehen für Sportboote ein Bereich am Ende vorgesehen ist. Hier sind die Spundwände geschlossen.
Bei mir ist das wie verhext: ich habe vier Fender draussen und einen Kugelfender und alle, wirklich _alle_ verschwinden in den Aussparungen der Spundwand. Daher taste ich mich möglichst langsam heran und den Rest muß halt die Scheuerleiste abfedern 🙁 .

Gegen 15:30 Uhr erreichen wir Bülstringen. Hier finde ich einen netten Anleger und wir erkunden die Umgebung. Mehr wird heute auch nicht geschehen, es soll mal wieder gekocht werden.

05.08.2019

Ich werde früh wach, weil hier reichlich Verkehr ist. Auf dem Wasser ebenso wie an Land direkt neben der Caribbean. Und ich stelle fest, es ist Montag! Manch einer hat an solchen Tagen fixe Termine wie arbeiten …
Nun gut, Herr Bert besteht auf eine längeren Kontrollgang in der Umgebung und ich brauche auch etwas Bewegung. Frühstück, heute mal nicht in süß und kaum ist es 10:30 Uhr und schon legen wir ab 😉

Zu berichten gibt es eher wenig oder genauer: nichts. Drei Stunden später machen wir Rast bei Bergfriede. Das ist ein Dorf nahe Oebisfelde oder auch kurz vor Wolfsburg. Sachsen-Anhalt bemüht sich jedenfalls mit guten Anlegern und Müllentsorgung für die Sportschifffahrt. Das gibt einen Daumen!
Einen Spaziergang und einen Teller Suppe bzw. etwas HuFu (Hundefutter) später geht es weiter. Ziel ist Fallersleben (Hoffmanstadt) auf der anderen Seite von Wolfsburg. Tatsächlich haben wir aber um 16:30 Uhr genug und legen uns bei Jugo, ein Restaurant am Kanal hin. Fallersleben machen wir dann morgen.

06.08.2019

Ich werde früh wach, weil hier viel Verkehr ist .. (und ewig grüßt das Murmeltier). Vermutlich wird mich das auf dem gesamten Mittellandkanal begleiten 🙁

Um ca. 13:00 Uhr bin ich in Wolfsburg und belege gegenüber der Autostadt. Der Liegeplatz wird vom Bahnhof beschallt und von der weissen Flotte durchgeschaukelt. Ich will rüber zum Einkaufen, länger bleiben jedenfalls will ich nicht.
Als ich mich dann nach dem Essen bereit mache zum Ablegen gibt es ordentlich was auf die Kappe. Regen und Windböen. Die sitzen wir dann auch noch aus und dann geht’s weiter. Schleuse Sülfeld hält keine Überraschungen bereit und wir sind durch. Der freie Anleger bei der Einmündung des Elbe Seitenkanals ist belegt. Eines der Boote aus Polen sieht so aus, als wenn es da schon länger liegt. Egal, Plan B hat vorgesehen im YCHF festzumachen. Die erste zugewiesene Box ist für mich nicht zu erreichen. Wendekreis geht, aber jede Windboe droht mich in die umliegenden Boote zu treiben. Also bekomme ich einen Platz zwischen zwei anderen Boote längseits zugewiesen. Hier klappt alles wie am Schnürchen, die Caribbean treibt sutsche in die Lücke und schmiegt sich an den Steg. Das gibt sogar nen Daumen von der Hafenmeisterin.

Hier bleibe ich erst mal drei Tage, dann sehen wir weiter. Ich hoffe, mein Tablet zum Navigieren kommt und die drei Fender. Dann ist die Caribbean komplett (bis auf die Umkehrosmoseanlage).

08.08.2019

Heute hole ich mein neues Tablet ab und die Fender. Damit verbunden ist ein Besuch bei meinem ältesten Sohn.
Im Yachthafen hier ist wenig los. Am Tage ist niemand zu sehen, wir haben das ganze Gelände für uns allein. Die ersten kommen so gegen 16:00 Uhr, das Vereinslokal ist von 17:00 Uhr – 19:00 Uhr geöffnet. Ab 20:00 Uhr ist wieder alles verlassen, sehr beschaulich :-).
Der Schwell der vorbeifahrenden Berufsschifffahrt ist mitunter beachtlich. Zu kurz sollten die Festmacher nicht belegt sein, sonst ist die Belastung auf den Klampen unnötig groß. Zu lang ergibt Kontakt zum Vordermann, nach etwas probieren und beobachten passt aber alles.

In den umliegenden Feldern kann man gut spazieren gehen, das kommt Bertelchen zugute. Heute muß er etwas warten, aber dafür geht’s heute abend dann um so länger.

Um 14:00 Uhr treffe ich mich mit Christian zum Kaffetrinken. Es macht Spaß wieder mit Famille zusprechen und wir hatten viel zu Plaudern. Auch wenn wir immer in Kontakt waren ist ein Treffen doch etwas ganz anderes. Mit einem dicken Paket (Fender und Tablet) fahre ich wieder nach Hause, meinem Boot.

09.08.2019

Heute gibt es wenig zu berichten. Ich tanle Wasser und fahre mit dem Fahrrad und beladen mit zwei Langfender und einem Kugelfender zur Tanke. Das aufpumen klappt dank Adapter wunderbar. Den Kugelfender kann ich auf dem Gepäckträger festschnallen, die beiden Fender hänge ich mir um den Hals. Der Rückweg ist etwas taumelig und schweißtreibend :-(.
Um 13:00 Uhr bin ich mit allem durch und ich lege ab. Nur kurze Zeit später bin ich schon in Braunschweig und mache in Wenden fest. Morgen will ich mich mit Dominik treffen.

10.08.2019

Ich verwöhne mich mit Croissants al la Caribbean. Die etwas einfachen – weil günstigen- zum aufbacken werden mit etwas Nugatcreme aufgepeppt und mit Genuß und Butter verspeist. Das war lecker!

Dann zum Einkaufen und etwas Platz am Tisch schaffen, Dominik wird ca. 14:00 Uhr ankommen.
Wir treffen uns am Bus und ich besorge noch frischen Kuchen beim Bäcker. Natürlich mit Sahne! Erdbeerkuchen und Heidelbeeren. Heute wird ja richtig geschlemmt.
Wieder ein schöner Nachmittag und viel geredet, einfach schön. Dann besucht mich noch ein interessiertes Pärchen am Liegeplatz. Beide sind halb entschlossen, ebenfalls zeitweise aufs Wasser zu gehen. Mal sehen, ich kann nur dazu raten. Schöner und dichter an der Natur kann man kaum sein.

11.08.2019

Der Tag beginnt mit einem ausgedehnten Spaziergang und nach dem Frühstück putze ich die Fenster. Na ja, wenigstens von außen, dann hatte ich keine Lust mehr. Wir legen ab Richtung Hannover, mal sehen wo wir landen.
Unterwegs machen wir Rast am Salzgitter Stichkanal. An der Slippe ist Betrieb und ich habe beim Mittagessen was zu sehen :-). Dann kommt Berti wieder zu seinem Recht und weiter geht’s.
Der Mittellandkanal östlich von Peine bis 10km westlichist eher nicht so interessant. Anleger, vor allem mit halbwegs nettem Hinterland sind nicht zu finden. Schließlich bin ich in Sehnde und lege mich gegenüber dem Spielplatz an den Anleger. Das ging länger heute als gedacht.
Wir laufen uns hungrig und ich kreiere eine Steckrübensuppe mit Geschmack. Basis ist eine Konserve, aber das würde jetzt kaum noch jemand bemerken. Bei einem schönen Landregen mit Sonnenschein geht der Tag zur Neige.

12.08.2019

Irgendwie komme ich nicht weg hier. Erst der Spaziergang, wo Bertelchen kein Ende findet. Ein ausgedehntes Frühstück und dann zum Einkaufen. Natürlich mit meinem kleinen Begleiter, der jede, aber auch wirklich jede Ecke „begiessen“ muß (bzw. will, denn leer ist leer).

Fast Mittag als wir endlich ablegen. Die Schleuse Anderten ist nicht mehr weit entfernt und der Wind ist etwas unstet. Die Schleuse kommt in Sicht, der Wind hat etwas nachgelassen und ich laufe den Wartebereich an. Ordentlich abgefendert, ich habe mittlerweile auch achtern einen Kugelfender angetüddelt. Dann, ich bin vielleicht noch 2m von der Spundwand weg, kommt eine ordentliche Boe und beschleunigt den Bug von nix auf gleich für ein ordentliches Ramming. Gegensteuern würde bei zwei Maschinen das Heck gegen die Spundwand knallen, ich sag nur Badeplattform! Aber Glück im Unglück, der Bumsbüddel vorn nimmt dem Ganzen den Schrecken und die Caribbean prallt ohne Schaden wieder ab. Schnell achtern belegt und in die Leine gedampft, jetzt kann ich in Ruhe belegen.

Der Tag hat es in sich, die Schleuse beordert mich in die Backbordkammer und wie bestellt, es briest ordentlich auf. Der Kugelfender vorn ist schon für Schleusen eingestellt, also eigentlich etwas zu weit achtern. Die Caribbean will ums Verrecken nicht von der Spundwand weg. Mit Geduld, Spucke und Schweiß überrede ich sie dann doch zu einer fixen Drehung mit dem Wind. Aber nur knapp mit dem Bug an der Spundwand vorbei! Das hätte hässlich werden können!
Ich dampfe in die Schleuse und sehe vor mir das Segelboot mit Problemen beim festmachen. Der zweite Mann springt von Bord und zieht das Segelboot an die Wand, der Steuemann belegt. Ich nähere mich dem gewünschten Festmacher, der Wind steht ordentlich und fast direkt von vorn in der Schleusenkammer. Dabei schralt er so um 20° hin und her. Mittelklampe bekomme ich bei diesem Wind nicht geregelt, der Weg ist zu weit. Ehe ich belegt habe ist die Caribbean schon abgetrieben. Also belege ich provisorisch die Heckklampe und hangele mich mit dem losen Ende zur Mittelklampe. Dort picke ich das Ende vom Festmacher auf und nehme es mit zur Heckklampe. Dabei ziehe ich die Caribbean in die gewünschte Position.
Der Schleusenwärter hat es wohl eilig, ehe ich fest bin sacken wir schon in ordentlichem Tempo ab. Gerade habe ich die Mittelklampe belegt, die Maschinen laufen immer noch, da muß der Festmacher auch schon wieder ab und eins tiefer. Endlich bin ich wieder im Rhythmus, scheixx auf die Maschinen.
Der Rest der Schleusung ist wieder easy, alles geht wie es soll.

In Hannover City treffe ich meine Sohn Jaimie mit Freundin und wir verbringen einen schönen Nachmittag. Bei der Gelegenheit fährt er mich gleich zur Tanke und ich bunkere 60l Diesel (1,17€!). Um 19:00 Uhr geht es weiter zum angestrebten Liegeplatz an der Kanalstrasse (Ecke Mittellandkanal/Hannover-Linden Zweigkanal). Unterwegs wird´s häßlich, Wind und Regen. Um 20:30 Uhr bin ich für die Nacht fest und es kann gemütlich werden.

13.08.2019

Ein ruhiger Tag. Langer Gang zur Post in Seelze und auf dem Rückweg einen Dönerteller mitgenommen. Kochen fällt heute aus. Abgelegt bei ordentlich Wind und bewölktem Himmel. Angekommen gegen 18:00 Uhr im Nirgendwo namens Pollhagen.
Entgegen der üblichen Meinung empfinde ich den Mittellandkanal nicht nur als langweilig. Allerdings muß man eben diese kleinen Lichtblicke auch mögen. Eben fuhr die Frederic Chopin aus der Schweiz an mir vorbei, aber gaanz ruhig, der Käpt´n hat gut Gas heraus genommen.

Schöne Farben nach einem kurzen Schauer. Mittellandkanal bei Harste

14.08.2019

Pollhagen: Mein Wecker um 06:30 Uhr ist Raiffeisen. Das Binnenschiff wird mit Korn beladen. Ich hatte schon befürchtet, bei mir läuft eine Pumpe heiss 🙁

Morgens 6:30 Uhr: Beladen mit Korn

Gegen späten Mittag erreiche ich Minden und mache im westlichen Bereich fest. Der östliche ist leider belegt, dort wäre ich lieber, kürzt das den Fußmarsch zum Bahnhof oder zum Einkaufen doch um gut einen Kilometer ab.
Egal, Bertel und ich machen uns bereit und gehen einkaufen. Das Wetter ist durchwachsen und, wie beim Anlegen auch, recht böig.

Anleger bei Nacht, von Osten aus gesehen.

15.08.2019

Heute fahre ich nach Hamburg, Michèle und Marvin besuchen. Um 10:45 muß ich am Bahnhof sein, durch mein Handikap (Malteser) werde ich wohl 90 Minuten brauchen. Passend fängt es kurz nach dem Losgehen an zu regnen.
Es klappt alles sehr gut, ich bin 30 Minuten zu früh am Bahnhof. Dieser ist etwas trostlos, irgendwie werden alle Bahnhöfe umgebaut (schon seit Jahren?). Und wie man es ja auch gewohnt ist, der ICE hat 10 Minuten Verspätung. Daraus werden dann 13 Minuten und der vorgeschriebene Fahrplan ist für die Katz. Ich steige in Hannover in den nächstbesten Zug nach Hamburg ein und bin dann 47 Minuten verspätet in Hamburg.
Es wird ein schöner Tag an den Landungsbrücken, trotz teilweise recht heftigem Regen. Die Anlegemanöver unterscheiden sich ein wenig von meinen. Manchmal meint man, Ankommen ist alles. Vermutlich nicht anders zu machen bei dem Wetter (Wind, Welle, Regen).
Um 1/2 acht geht es wieder zurück und knapp vor Mitternacht bin ich wieder auf dem Boot. Ein langer, aber schöner Tag.

16.08.2019 – 18.08.2019

Mich hat es erwischt. Meine mich treu begleitende Erkrankung legt mich für einige Tage lahm. Es reicht gerade für Einkaufen und Spazierengehen.

19.08.2019

Ich bin wieder unterwegs. Noch etwas mühsam aber immerhin aufrecht geht es weiter Richtung Bad Essen. Ich will es nicht übertreiben und bleibe in Lübbecke über Nacht. Am Abend machen wir einen langen Spaziergang und die Auszeit scheint überwunden.

20.08.2019

Es geht mal früh los, ich bin gut ausgeschlafen und froher Dinge. Quasi um die Ecke erreiche ich nach etwa 21km Bad Essen. Hier mache ich am freien Anleger gegenüber der Marina Bad Essen fest.
In Lübbecke nervte mich mein harter Festmacher mit Knarr und Quietsch beim ungebremsten Vorbeifahren der Großen. Ich tausche also den achterlichen Festmacher gegen einen geschmeidigen aus und siehe: Ruhe an Bord 🙂

Überhaupt ist das Festmachen eine kleine Kunst. Es gilt zum einen, dem Schiff Bewegungen zu ermöglichen. Möglichst nur in der Vertikalen, um dem Sog und Schwell zu begegnen. Macht man das nicht, dann hängt das Boot an den Klampen und diese werden irgendwann das Laminat beschädigen oder gar ausreissen.
Zum anderen will man keine Fahrt im Schiff. Also vorwärts driften und rückwärts will man gern vermeiden. Könnte ja sein, der Hintermann liegt recht dicht und überhaupt ist es recht seltsam in der Koje, wenn der Dampfer Fahrt aufnimmt :-). (Die Lösung heißt Springleinen und kurze Festmacher meiden.)
Und zum dritten will man das Schiff vor Schrammen schützen und hängt Fender zwischen Bordwand und Mauer bzw. Spundwand. Die sollten natürlich auch passen, wenn das Boot die Lage ändert. Also nicht immer trivial das Ganze.


In Bad Essen werde ich ein Weilchen bleiben. Es haben sich einige Gleichgesinnte aus dem BF angemeldet, welche zeitnah hier durchkommen. Schönes Ding!

21.08.2019 – 26.08.2019

Wie angekündigt liege ich in Bad Essen. Es ist eigentlich recht nett hier. Einkaufen fußläufig sogar für Gas und Diesel. Am 23.08.2019 haben wir uns wie verabredet getroffen: Petra, Detlef, Klaus und Tom. Abends waren wir beim Griechen und haben den Tag ausklingen lassen.
Am 24. kamen Ina und Andreas. Und wieder ein netter Abend beim Griechen :-). Ich warte noch auf Post und dann geht es weiter über Münster in den Rhein nach Koblenz. Also ordentlich Strecke.

27.08.2019

Der Vormittag vergeht mit Wassertank desinfizieren und spülen, tanken, einkaufen und ein wenig aufräumen. Um 13:00 Uhr geht es los, Ziel ist das nasse Dreieck. Es wird spät werden, daher habe ich mir ein paar Brote gemacht für den Weg. Unterwegs passiere ich Recke, den ehemaligen Heimathafen der Caribbean. Tatsächlich bin ich kurz vor 19:00 Uhr am Betonwerk im Mittellandkanal und biege in den Zweigkanal ab. Hinter der Brücke finde ich die von Detlef empfohlene Liegestelle und mache dort fest. Es liegen schon einige Boote hier, davon einige die eher nach Dauerlieger aussehen. Trotzdem wäre noch einiges an Platz für weitere Boote. Es ist ruhig hier und wir können auch schöne Spaziergänge machen.

28.08.2019

Nach einer ruhigen Nacht geht es um 09:30 Uhr weiter. Ziel ist Münster, auch wieder eine längere Strecke. Am nassen Dreieck ist nicht viel Verkehr, nur an der Bootstankstelle warten zwei Sportboote. Ab jetzt befahre ich den Dortmund-Ems-Kanal. Die Spundwände werden deutlich weniger, was sich angenehm bemerkbar macht durch fehlenden alten Schwell der Berufsschifffahrt.
Unterwegs ist das Ufer immer wieder von Badenden besetzt, kein Wunder bei über 30°C. Richtig interessant wird es dann kurz vor der Schleuse Münster. Gut 2 km vorher werden beide Uferseiten immer voller, sogar vor der Schleuse wird gebadet. Die Schleusung verläuft ohne Probleme, vor mir liegt ein Binnenschiffer aus Holland. Ich bin froh, dass dieser den Weg frei macht, denn nach der Schleuse wird der Kanal zur Badeanstalt. So viele Augen kann man gar nicht haben, wie Kinder, Hunde, Badeinseln und anderes sich im Kanal tummelt. Erst kurz vor dem Stadthafen Münster ist der Spuk vorbei.

Hier werde ich wieder warten müssen, zwei Brillen sind auf dem Weg und wollen angepasst werden. Ich hoffe, am Montag geht es weiter.

5 Kommentare

  1. Hallo Peter,
    gegen die Probleme mit Spundwänden , in denen Fender verschwinden, helfen sog. Fenderbretter. Alternativ auch ein Bootshaken. Zwei Fender mittschiffs und davor das Fensterbrett oder den Bootshaken quer gelegt zusätzlich anbinden( auch für Dalben gut geeignet). Hab mit gestern gerade einen massiven Holzbalken fertiggemacht für meine Überführung nächste Woche. Wir werden uns ja irgendwo begegnen, Bergi und ich kommen dir entgegen.

    1. Hallo ihr beiden,
      Fenderbrett habe ich auch schon auf dem Schirm. Das wird sich langfristig nicht vermeiden lassen. Eventuell eines, was gleichzeitig als Gangway fungiert? Gibt es ja günstig im Netz.

      Wegen Bergi: Hat geklappt in Holland? Das ist Klasse, ich bin ja schon so gespannt. Meldet euch auf jeden Fall, wir machen uns dann einen netten Abend.

      Gruß von der Caribbean!

      Peter

  2. hallo Peter,
    ausgerechnet am 15. waren wir in Minden angekommen, habe dein Boot auch gesehen , warst aber ja nicht da, wir sind dann weitergefahren, weil wir ich keinen Diesel am Bunkerboot an der anderen Seite bekommen haben. Weiterhin gute Reise, wir sind heute in Hennigsdorf angekommen. Bergi ist noch unterwegs, heute (21.8.) in Dorsten im WDK.
    Liebe Grüße
    Christian ( Kanalhummel)

    1. Hallo ihr beiden,

      das ist sehr schade. Ich war aber an dem Tag in Hamburg und schon früh unterwegs. Das Bunkerboot hat glaube ich nur noch steuerbefreiten Diesel, das klappt nicht mehr. Ich habe per Kanister getankt.
      Schön das ihr gut angekommen seit. Morgen treffe ich Detlef (Schimi) und eventuell noch zwei andere aus dem BF.

      Gruß aus Bad Essen und noch eine schöne Saison

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